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Weihnachtsstern pflegen: vom Kauf bis zur neuen roten Färbung
Updated: 5. 11. 2026

Weihnachtsstern pflegen: vom Kauf bis zur neuen roten Färbung

So lässt sich der Weihnachtsstern pflegen, bis er wieder rot wird: der richtige Standort, Gießen, Ursachen für Blattfall und acht Wochen lange Nächte.
Anei Cirque

Anei Cirque

Gartenliebhaber, Mitgründer & Botschafter von Urban Planty

Mitgründer von Urban Planty. Seit sieben Jahren hilft er über 10.000 europäischen Haushalten, Kräuter, Orchideen und Blumen ohne klassischen Garten anzubauen.

Der Weihnachtsstern ist die meistverkaufte Topfpflanze im Dezember und zugleich die, die am häufigsten schon vor Silvester aufgibt. Schuld sind selten Schädlinge oder Krankheiten. Kälte auf dem Heimweg, Zugluft und zu viel Wasser erklären fast alle Ausfälle, und alle drei lassen sich vermeiden.

Euphorbia pulcherrima stammt aus Mexiko, wo sie als Strauch in warmem, eher trockenem Klima wächst. In deutschen Wohnungen trifft sie im Winter auf kurze Tage, trockene Heizungsluft und kalte Fensterscheiben. Daraus ergeben sich die meisten Probleme.

Die roten “Blüten” sind Hochblätter, sogenannte Brakteen. Die eigentlichen Blüten sind die kleinen gelbgrünen Cyathien in der Mitte. Wer das weiß, erkennt beim Kauf frische Pflanzen und versteht, warum sich die Farbe nur bei langen Nächten bildet.

Kurz gesagt

Ein Weihnachtsstern braucht einen hellen Platz ohne heiße direkte Sonne hinter Glas, 15 bis 22 °C, keine Zugluft und zimmerwarmes Wasser erst, wenn die obere Erdschicht trocken ist. Wasser im Untersetzer nach 15 Minuten wegschütten. Blätter fallen meist wegen Kälte, Zugluft oder Staunässe. Für eine neue rote Färbung braucht er ab Ende September rund 8 Wochen lang täglich 14 Stunden völlige Dunkelheit.

Woran erkennt man beim Kauf einen gesunden Weihnachtsstern?

Schauen Sie zuerst in die Mitte der Hochblätter. Die kleinen gelben Cyathien sollten frisch und geschlossen oder gerade erst geöffnet sein. Sind sie abgefallen oder stäuben sie Pollen, ist die Pflanze schon älter und verblüht früher.

Die grünen Blätter sollten bis zum Topfrand reichen, ohne gelbe oder hängende Blätter im unteren Bereich. Die Erde sollte leicht feucht sein, weder nass noch knochentrocken.

  • Hochblätter: gleichmäßig gefärbt, ohne braune Ränder oder grüne Flecken.
  • Cyathien: gelb oder gelbgrün und noch vorhanden.
  • Laub: dicht und dunkelgrün, auch unten an den Trieben.
  • Verkaufsort: Meiden Sie Pflanzen, die vor dem Geschäft, auf dem Weihnachtsmarkt oder im zugigen Eingang von Baumarkt und Supermarkt stehen. Schon wenige Stunden unter 10 °C schaden, die Blätter fallen dann oft erst Tage später zu Hause.
  • Folienhülle: Pflanzen, die lange in der Folie stehen, lassen die Blätter hängen. Greifen Sie zu frei stehenden Exemplaren.
In Papier eingewickelter Weihnachtsstern wird über einen Weihnachtsmarkt getragen
Unter etwa 10 °C sollte die Pflanze für den Heimweg gut eingepackt sein.
Für den Transport: Liegt die Außentemperatur unter etwa 10 °C, lassen Sie die Pflanze in Papier einschlagen und bringen Sie sie direkt nach Hause. Lassen Sie sie nicht im kalten Auto stehen, während Sie weitere Einkäufe erledigen. Zu Hause die Hülle sofort entfernen.

Welcher Standort ist für den Weihnachtsstern richtig?

Ideal ist ein heller Platz nahe einem Ost- oder Westfenster, aber nicht direkt an der Scheibe, wo die Sonne die Blätter aufheizt. Im Winter ist das Licht knapp, eine dunkle Ecke im Wohnzimmer eignet sich daher nicht, auch wenn die Pflanze dort dekorativer wirkt.

Die passende Temperatur liegt zwischen 15 und 22 °C. Der Weihnachtsstern mag weder Kälte noch Hitze, gehört also nicht direkt über die Heizung, neben den Kaminofen oder an die oft geöffnete Balkontür. Wenn Sie morgens stoßlüften, nehmen Sie ihn von der Fensterbank. Ein kalter Luftzug kann ihn die Blätter kosten.

Weihnachtsstern auf einem Beistelltisch mit Abstand zur Heizung, daneben ein Raumthermometer

Ein Raumthermometer neben der Pflanze zeigt schnell, ob der Platz passt. Fensterbänke über Heizkörpern erreichen tagsüber oft 25 °C und mehr, nachts an der Scheibe nur 12 bis 14 °C.

Wie oft muss man einen Weihnachtsstern gießen?

Eine Regel wie “einmal pro Woche” gibt es nicht. Gießen Sie, wenn die oberen ein bis zwei Zentimeter der Erde trocken sind. In einem warmen Zimmer ist das meist alle fünf bis sieben Tage der Fall, in einem kühleren seltener. Auch Anheben hilft: Ein trockener Topf ist spürbar leichter.

  1. Verwenden Sie zimmerwarmes Wasser. Kaltes Leitungswasser schockt die Wurzeln.
  2. Gießen Sie, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft, oder stellen Sie den Topf in einen Untersetzer mit Wasser und lassen Sie ihn von unten saugen.
  3. Nach etwa 15 Minuten das restliche Wasser aus Untersetzer oder Übertopf abgießen.
  4. Die dekorative Folie um den Topf aufstechen oder entfernen, damit sich unten kein Wasser sammelt.

Weihnachtsstern wird an der Spüle mit einem kleinen Krug über den Untersetzer gegossen

Staunässe ist gefährlicher als eine kurze Trockenphase. In nasser Erde faulen die Wurzeln, die Pflanze welkt trotz feuchter Erde, und viele gießen dann noch mehr.

Warum verliert der Weihnachtsstern seine Blätter?

  • Kälte: schon kurz unter 10 °C beim Transport oder am offenen Fenster. Die Blätter fallen einige Tage später, oft alle auf einmal.
  • Zugluft: ein Platz an Tür oder Fenster, die häufig geöffnet werden. Die Pflanze reagiert mit Blattfall.
  • Zu viel Wasser: untere Blätter vergilben und fallen ab, die Erde bleibt dauernd nass, die Pflanze wirkt schlapp.
  • Zu wenig Wasser: Blätter und Hochblätter welken, Ränder trocknen ein, die Erde löst sich vom Topfrand.
  • Warme, trockene Luft: an der Heizung vertrocknen die Blattränder und die Cyathien fallen früh ab.

Eine Pflanze, die ein paar untere Blätter verloren hat, erholt sich meist. Beseitigen Sie die Ursache, gießen Sie nicht “vorsichtshalber” und warten Sie ab. Sind auch die Hochblätter gefallen und die Triebe am Boden weich, sind die Wurzeln vermutlich verfault.

Die Pflege des Weihnachtssterns auf einen Blick

FaktorWas er braucht
Temperatur15–22 °C, nie unter 10 °C; keine Zugluft, keine Heizungshitze
Lichtheller Platz am Fenster, keine heiße direkte Sonne hinter Glas
Wasserwenn die oberen 1–2 cm trocken sind; zimmerwarm; Untersetzer nach 15 Minuten leeren
Luftfeuchtigkeitetwa 40–60 %; nicht direkt über der Heizung
Düngernicht während der Färbung; von Mai bis September alle 2 Wochen flüssiger Zimmerpflanzendünger

Wie pflegt man den Weihnachtsstern nach Weihnachten?

Bei guter Pflege bleiben die Hochblätter bis Februar oder März gefärbt. Bis dahin pflegen Sie ihn wie gewohnt. Wenn sie verblassen und abfallen, braucht die Pflanze eine Ruhephase.

  1. März und April: weniger gießen, nur so viel, dass die Erde nicht ganz austrocknet, und die Pflanze vier bis sechs Wochen an einen etwas kühleren, hellen Platz mit 15 bis 18 °C stellen.
  2. April oder Mai: die Triebe auf 10 bis 15 cm zurückschneiden, in einen etwas größeren Topf mit frischer Zimmerpflanzenerde umtopfen und wieder normal gießen.
  3. Sommer: Sobald die Nächte über etwa 15 °C bleiben, darf er halbschattig auf Balkon oder Terrasse. Bis Ende August die neuen Triebe entspitzen, damit er buschiger wird.
  4. September: Bevor die Nächte unter 12 °C fallen, holen Sie ihn an einen hellen Platz in die Wohnung.

Wie wird der Weihnachtsstern wieder rot?

Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagpflanze. Die Hochblätter färben sich nur, wenn die Nacht länger ist als der Tag, deshalb bringen Gärtnereien ihn im Herbst zur Färbung. In der Wohnung stören schon eine Stehlampe, der Fernseher oder eine Straßenlaterne vor dem Fenster.

  1. Beginnen Sie Ende September oder Anfang Oktober.
  2. Sorgen Sie täglich für etwa 14 Stunden völlige Dunkelheit, zum Beispiel von 18 bis 8 Uhr. Stülpen Sie einen Karton über die Pflanze oder stellen Sie sie in einen lichtdichten Schrank.
  3. Tagsüber steht sie hell, damit sie weiter wachsen kann.
  4. Halten Sie etwa 18 bis 20 °C, gießen Sie mäßig und düngen Sie seltener.
  5. Wiederholen Sie das rund acht Wochen lang ohne Ausnahme. Schon wenige Unterbrechungen verzögern die Färbung.
  6. Sind die Hochblätter gefärbt, meist Ende November oder Anfang Dezember, beenden Sie die Behandlung.

Weihnachtsstern am Abend mit einem Pappkarton abgedeckt, damit er 14 Stunden Dunkelheit bekommt

Realistisch bleiben: Ein zu Hause weitergezogener Weihnachtsstern wird meist höher und lockerer als die Ware aus der Gärtnerei, die unter kontrollierten Bedingungen und mit Wachstumsregulatoren kompakt gehalten wird. Färben wird er sich trotzdem.

Wann und womit düngt man den Weihnachtsstern?

Eine Pflanze, die Sie in Farbe kaufen, hat genug Nährstoffe für den Winter in der Erde. Während der Färbung wird daher nicht gedüngt. Beginnen Sie, wenn er nach dem Rückschnitt neue Blätter bildet, meist im Mai.

Von Mai bis September geben Sie alle zwei Wochen flüssigen Dünger für Zimmer- oder Blühpflanzen in der Dosierung laut Packung. Während der Dunkelbehandlung die Menge verringern und, sobald die Hochblätter gefärbt sind, bis zum Frühjahr ganz aufhören.

Ist der Weihnachtsstern giftig für Katzen, Hunde und Kinder?

Tödlich giftig ist der Weihnachtsstern nicht, auch wenn sich dieser Mythos hält. Der weiße Milchsaft aus verletzten Trieben und Blättern kann Haut und Augen reizen. Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe und waschen Sie danach die Hände. Menschen mit Latexallergie sollten besonders vorsichtig sein.

Katzen und Hunde, die an der Pflanze knabbern, können speicheln, erbrechen oder leichten Durchfall bekommen. Schwere Vergiftungen sind selten. Stellen Sie die Pflanze trotzdem außer Reichweite und rufen Sie bei deutlichen oder anhaltenden Beschwerden den Tierarzt an.

Was kommt nach den Feiertagen auf die Fensterbank?

Wenn der Weihnachtsstern im Januar seinen Platz räumt, wird am Fenster Raum für Petersilie, Schnittlauch und Minze frei. Ist die Fensterbank zu schmal, bietet ein vertikaler Garten ohne Bohren neben dem Fenster auf weniger als 1 m² Bodenfläche neun Töpfe mit je 300 ml Wasserreservoir, gehalten von einer Teleskopstange zwischen Boden und Decke. Das Modell Urban Planty Vertikaler Garten kostet 149 € bei kostenlosem Versand. Welche Kräuter sich eignen, steht in unserem Ratgeber zum Kräutergarten auf dem Balkon.

Frequently asked questions

Wie lange hält ein Weihnachtsstern?

Bei richtiger Pflege bleibt er von Dezember bis Februar oder März gefärbt. Er ist ein mehrjähriger Strauch, Sie können ihn also jahrelang behalten und jeden Herbst neu zur Färbung bringen.

Warum lässt mein Weihnachtsstern die Blätter hängen?

Meist wegen Wasser im Untersetzer oder umgekehrt wegen völlig ausgetrockneter Erde. Prüfen Sie mit dem Finger: Ist sie nass, Wasser abgießen und warten; ist sie trocken, gründlich mit zimmerwarmem Wasser gießen.

Darf der Weihnachtsstern nach draußen?

Im Winter nicht, Temperaturen unter 10 °C schädigen ihn. Im Sommer, wenn die Nächte über etwa 15 °C bleiben, kann er halbschattig im Freien stehen.

Muss man den Weihnachtsstern besprühen?

Nicht unbedingt. Wichtiger ist, dass er nicht direkt über der Heizung steht. Für mehr Luftfeuchtigkeit können Sie den Topf auf eine Schale mit nassen Kieseln stellen, ohne dass er im Wasser steht.

Ist der Weihnachtsstern gefährlich für Katzen?

Ja, der Weihnachtsstern ist für Katzen leicht giftig. Sein Milchsaft kann Speicheln, Erbrechen oder Durchfall auslösen, schwere Vergiftungen sind selten. Stellen Sie ihn außer Reichweite und rufen Sie bei deutlichen Beschwerden den Tierarzt an.

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