Im Dezember hat Berlin weniger als acht Stunden Tageslicht, und in ein Nordzimmer fällt überhaupt keine direkte Sonne. Manche Zimmerpflanzen kommen damit gut zurecht, andere kümmern bis zum Frühjahr vor sich hin. Wir haben nachgesehen, wie Sie das Licht in Ihrer Wohnung messen und welche Arten Schatten wirklich vertragen.
Der Hinweis „schattenverträglich” auf dem Etikett im Gartencenter bedeutet oft nur, dass die Pflanze keine pralle Sonne mag. Er verspricht nicht, dass sie drei Meter vom Nordfenster entfernt gedeiht. Der Unterschied zwischen Fensterbank und Zimmermitte ist viel größer, als das Auge wahrnimmt.
Die gute Nachricht: Einige Arten wachsen in der Natur im Unterwuchs von Wäldern oder im Schatten von Felsen und Sträuchern. Mit wenig Licht wachsen sie langsam, aber stetig, solange man sie nicht zu oft gießt.
Die zuverlässigsten Zimmerpflanzen für wenig Licht sind Glücksfeder, Bogenhanf, Efeutute, Kletterphilodendron, Schusterpalme, Einblatt, Kolbenfaden und Bergpalme. Stellen Sie sie höchstens zwei bis drei Meter vom Fenster entfernt auf, wo sie noch den Himmel sehen. Gießen Sie sparsam, denn im Schatten verbrauchen Pflanzen wenig Wasser. Für Katzen und Hunde sind nur Schusterpalme und Bergpalme unbedenklich.
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ToggleWas bedeutet „wenig Licht” für eine Zimmerpflanze?
Licht wird in Lux gemessen. Im Sommer mittags im Freien sind es über 100.000 Lux, am Nordfenster im Winter oft nur einige Hundert bis wenige Tausend. Das Auge passt sich an, die Pflanze nicht.
Gärtner arbeiten mit einer groben Einteilung: Wenig Licht sind etwa 500 bis 1.000 Lux, mittleres Licht 1.000 bis 2.500 Lux, helles indirektes Licht über 2.500 Lux. Unter etwa 250 Lux überleben selbst robuste Arten nur noch.
Im Dunkeln lebt keine Pflanze. Ein fensterloses Bad oder ein Flur, in dem nur abends das Licht brennt, ist ohne Lampe für keine Zimmerpflanze geeignet.
Wie messen Sie das Licht in Ihrer Wohnung?
Ein Profi-Luxmeter ist nicht nötig. Ein Maßband, der eigene Schatten und ein Smartphone genügen.
- Abstand zum Fenster. Das Licht nimmt mit der Entfernung von der Scheibe rasch ab. Zwei Meter vom Fenster entfernt ist es oft weniger als ein Viertel dessen, was direkt an der Scheibe ankommt.
- Schattentest. Halten Sie mittags die Hand 30 cm über den geplanten Standort. Ein scharfer Schatten bedeutet starkes Licht, ein weicher, verschwommener mittleres, ein kaum sichtbarer wenig Licht.
- Blick zum Himmel. Sehen Sie vom Standort der Pflanze aus kein Stück Himmel, ist das Licht für die meisten Arten zu schwach.
- Lux-App. Kostenlose Apps nutzen den Sensor des Telefons. Sie sind ungenau, reichen aber, um zwei Stellen im selben Raum zu vergleichen.
- Himmelsrichtung. Nordfenster liefern gleichmäßiges, diffuses Licht ohne Sonne. Ostfenster bringen milde Morgensonne, Westfenster wärmere Nachmittagssonne. Südfenster sind am hellsten.

Welche Zimmerpflanzen vertragen wirklich wenig Licht?
Diese acht Arten haben sich als besonders zuverlässig erwiesen. Sie wachsen langsamer als an einem hellen Platz, bleiben aber gesund und grün.
- Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia). Speichert Wasser in unterirdischen Rhizomen und verzeiht vergessenes Gießen. Im Schatten bildet sie nur wenige neue Triebe im Jahr, das ist normal.
- Bogenhanf (Dracaena trifasciata, früher Sansevieria). Verträgt trockene Heizungsluft und wenig Licht. Im Winter genügt Wasser alle drei bis vier Wochen.

- Efeutute (Epipremnum aureum). Die anpassungsfähigste Hängepflanze. Panaschierte Sorten verlieren im Schatten einen Teil ihrer gelben oder weißen Zeichnung, rein grüne kommen besser zurecht.
- Kletterphilodendron (Philodendron hederaceum, früher P. scandens). Herzförmige Blätter, rasches Wachstum, hängt schön vom Regal. Die Pflege entspricht der Efeutute.
- Schusterpalme (Aspidistra elatior). Ihren Namen verdankt sie den dunklen Werkstätten, in denen sie früher stand. Sie kommt von allen Arten mit dem wenigsten Licht aus und verträgt kühle Räume bis etwa 7 °C.
- Einblatt (Spathiphyllum). Wächst im Schatten gut, blüht dort aber selten; für Blüten braucht es mittleres Licht. Bei Trockenheit lässt es die Blätter hängen und erholt sich nach dem Gießen schnell.
- Kolbenfaden (Aglaonema). Dunkelgrüne Sorten eignen sich für Schatten, rote und rosa Sorten brauchen mehr Licht. Mag keine Temperaturen unter 15 °C.
- Bergpalme (Chamaedorea elegans). Eine kleine Palme aus dem Unterwuchs mittelamerikanischer Bergwälder und eine der wenigen, die auch abseits des Fensters gedeiht.

Häufig falsch als Schattenpflanze verkauft wird der Frauenhaarfarn (Adiantum). Er braucht helles indirektes Licht und hohe Luftfeuchtigkeit. In einem dunklen, beheizten Zimmer vertrocknet er binnen weniger Wochen.
Wie oft gießen, und welche sind giftig für Katzen und Hunde?
Die Gießintervalle sind Richtwerte für den Winter in einer beheizten Wohnung. Prüfen Sie vor jedem Gießen die Erde mit dem Finger. Die Angaben zur Giftigkeit folgen der Pflanzenliste der amerikanischen Tierschutzorganisation ASPCA.
| Pflanze | Mindestlicht | Gießen im Winter | Katzen und Hunde |
|---|---|---|---|
| Glücksfeder | wenig, bis 3 m vom Fenster | alle 3–4 Wochen | giftig |
| Bogenhanf | wenig, bis 3 m vom Fenster | alle 3–4 Wochen | giftig |
| Efeutute | wenig | wenn die obersten 2–3 cm trocken sind, alle 10–14 Tage | giftig |
| Kletterphilodendron | wenig | wenn die obersten 2–3 cm trocken sind | giftig |
| Schusterpalme | sehr wenig | wenn die halbe Erde trocken ist, alle 2–3 Wochen | ungiftig |
| Einblatt | wenig (zum Blühen mittel) | leicht feucht halten, etwa wöchentlich | giftig |
| Kolbenfaden | wenig (dunkelgrüne Sorten) | wenn die obersten 2–3 cm trocken sind | giftig |
| Bergpalme | wenig bis mittel | leicht feucht, alle 7–10 Tage | ungiftig |
| Frauenhaarfarn (zum Vergleich) | hell, indirekt | stets leicht feucht | ungiftig |
Glücksfeder, Efeutute, Philodendron, Einblatt und Kolbenfaden enthalten Calciumoxalat-Kristalle, die Maul und Schleimhäute reizen und zu Speichelfluss und Erbrechen führen können. Bogenhanf enthält Saponine, die den Magen reizen. Das Einblatt heißt im Englischen zwar „peace lily”, ist aber keine echte Lilie und verursacht nicht das bei Katzen gefürchtete Nierenversagen der Gattung Lilium. Außer Reichweite stellen sollten Sie es trotzdem.
Warum gehen Zimmerpflanzen bei wenig Licht ein?
- Zu viel Wasser. Im Schatten verbraucht eine Pflanze viel weniger Wasser, die Erde trocknet langsam. Die Wurzeln bekommen keine Luft und faulen. Das ist mit Abstand die häufigste Ursache.
- Töpfe ohne Abzugsloch. Wasser staut sich am Boden. Verwenden Sie einen Kunststofftopf mit Löchern in einem Übertopf.
- Zu große Töpfe. Mehr Erde hält mehr Feuchtigkeit, als die Wurzeln aufnehmen. Topfen Sie nur eine Größe größer um.
- Düngen im Winter. Von November bis Februar wachsen Pflanzen im Schatten kaum. Dünger sammelt sich in der Erde und kann die Wurzeln schädigen.
- Staubige Blätter. Staub schluckt zusätzlich Licht. Wischen Sie die Blätter einmal im Monat mit einem feuchten Tuch ab.
- Ständiges Umstellen. Pflanzen brauchen Wochen, um sich an neues Licht zu gewöhnen. Drehen Sie den Topf lieber alle paar Wochen um eine Vierteldrehung.
Wann lohnt sich eine Pflanzenlampe?
Eine Pflanzenlampe ist sinnvoll, wenn die Pflanze mehr als drei Meter vom Fenster steht, in einem Raum ohne Fenster, oder wenn Sie im Nordzimmer lichthungrige Pflanzen wie Kräuter ziehen möchten. Kräuter sind deutlich anspruchsvoller, wie unser Beitrag zum Kräutergarten auf dem Balkon zeigt.
Wählen Sie eine Vollspektrum-LED mit Zeitschaltuhr. Pflanzen brauchen etwa 10 bis 12 Stunden Licht pro Tag und danach Dunkelheit. Der Abstand zu den Blättern hängt von der Leistung ab, bei kleinen Leuchten sind es meist 20 bis 40 cm. Halten Sie sich an die Angaben des Herstellers.

Wie bringen Sie mehr Pflanzen auf den hellsten Quadratmeter?
In einer dunklen Wohnung ist der Platz direkt am Fenster der wertvollste. Pflanzen auf dem Boden unterhalb der Fensterbank bekommen deutlich weniger Licht als solche auf Höhe der Scheibe. Es lohnt sich also, in die Höhe zu gehen.
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Jeder Topf hat einen Wasserspeicher mit 300 ml. Bei Glücksfeder und Bogenhanf füllen Sie ihn im Winter seltener auf und prüfen vorher die Erde. Mehr zur Aufstellung in der Wohnung lesen Sie im Ratgeber zum vertikalen Garten auf Balkon und in der Wohnung.

Frequently asked questions
Welche Zimmerpflanze braucht am wenigsten Licht?+
Schusterpalme und Glücksfeder. Beide überleben mehrere Meter vom Fenster entfernt, wachsen dort aber sehr langsam. In einem Raum ohne Fenster brauchen sie eine Pflanzenlampe.
Können Zimmerpflanzen in einem Bad ohne Fenster stehen?+
Nicht ohne zusätzliches Licht. Nur eine Vollspektrum-LED mit Zeitschaltuhr, die 10 bis 12 Stunden am Tag leuchtet, hält eine Pflanze dort am Leben.
Welche Schattenpflanzen sind für Katzen unbedenklich?+
Laut ASPCA sind Schusterpalme und Bergpalme (Chamaedorea elegans) für Katzen und Hunde ungiftig. Glücksfeder, Bogenhanf, Efeutute und Einblatt sind giftig.
Woran erkennt man, dass eine Pflanze zu wenig Licht hat?+
Neue Blätter sind kleiner und blasser, die Triebe strecken sich zum Fenster, panaschierte Sorten verlieren ihre Zeichnung. Stellen Sie die Pflanze näher ans Fenster oder ergänzen Sie eine Lampe.
Wie oft gießt man Pflanzen in einem dunklen Zimmer?+
Seltener als am Fenster. Glücksfeder und Bogenhanf im Winter alle drei bis vier Wochen, Efeutute und Philodendron, wenn die obersten 2 bis 3 cm Erde trocken sind.

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