Mehr Zimmerpflanzen gehen an zu viel Wasser zugrunde als an zu wenig. Die Regel »einmal pro Woche« ist bequem, doch eine Pflanze kennt keinen Kalender. Wie Sie erkennen, ob sie wirklich Wasser braucht, und wie Sie so gießen, dass die Wurzeln genug Wasser und genug Luft bekommen.
Wie viel Wasser eine Pflanze braucht, hängt von der Art, dem Licht, der Größe und dem Material des Topfes und der Jahreszeit ab. Ein Gummibaum am Südfenster trinkt im Juli alle paar Tage. Dieselbe Pflanze am Nordfenster braucht im Dezember vielleicht nur alle zwei Wochen Wasser.
Statt nach Datum zu gießen, lohnt es sich, die Erde lesen zu lernen. Dafür genügt ein Finger.
Gießen Sie Zimmerpflanzen, wenn die oberen 2 bis 3 Zentimeter Erde trocken sind, nicht nach festem Wochentag. Gießen Sie durchdringend, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft, und leeren Sie den Untersetzer nach 15 bis 20 Minuten. Im Winter seltener gießen, zimmerwarmes Wasser verwenden, Sukkulenten ganz abtrocknen lassen und Farne gleichmäßig feucht halten.
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ToggleWie oft muss man Zimmerpflanzen gießen?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber vier Faktoren bestimmen den Rhythmus. Der erste ist die Pflanzenart. Kakteen, Sukkulenten und die Zamioculcas speichern Wasser in Blättern oder Rhizomen. Farne, Korbmaranten und das Einblatt zeigen dagegen schnell, wenn ihnen Wasser fehlt.
Der zweite ist das Licht. Eine Pflanze auf der hellen Fensterbank wächst stärker und verbraucht mehr Wasser. In einer dunklen Ecke bleibt die Erde länger nass, die Gefahr von Wurzelfäule steigt. Welche Arten auch fern vom Fenster zurechtkommen, lesen Sie in Zimmerpflanzen für wenig Licht.
Der dritte ist der Topf. Ein kleiner trocknet in wenigen Tagen aus, ein großer in Wochen. Terrakotta atmet und trocknet schneller als Kunststoff oder glasierte Keramik. Der vierte ist die Jahreszeit: Von April bis September wachsen die meisten Pflanzen, von November bis Februar ruhen sie.
| Pflanze | Wann gießen | Sommer | Winter |
|---|---|---|---|
| Kakteen, Sukkulenten | wenn die Erde ganz trocken ist | alle 10 bis 14 Tage | alle 3 bis 4 Wochen oder seltener |
| Zamioculcas, Bogenhanf | wenn die Erde größtenteils trocken ist | alle 2 Wochen | alle 3 bis 4 Wochen |
| Gummibaum, Monstera, Efeutute | wenn die oberen 2 bis 3 cm trocken sind | alle 5 bis 7 Tage | alle 10 bis 14 Tage |
| Einblatt, Farne, Korbmarante | wenn die Oberfläche gerade trocken ist | alle 3 bis 5 Tage | alle 7 bis 10 Tage |
| Schmetterlingsorchidee | wenn die Wurzeln silbrig sind | alle 7 bis 10 Tage | alle 10 bis 14 Tage |
Die Tabelle ist nur ein Ausgangspunkt. Prüfen Sie immer zuerst die Erde.
Woran erkenne ich, ob eine Pflanze Wasser braucht?
Am zuverlässigsten ist die Fingerprobe. Stecken Sie einen Finger bis zum zweiten Gelenk in die Erde, etwa 3 bis 4 Zentimeter tief. Fühlt sie sich dort trocken an und bleibt nichts an der Haut haften, ist es Zeit zu gießen. Ist sie kühl und feucht, warten Sie noch einige Tage.
Die zweite Methode ist die Gewichtsprobe. Heben Sie den Topf direkt nach dem Gießen an und merken Sie sich das Gewicht. Trockene Erde ist deutlich leichter. Bei großen Kübeln hilft ein Holzspieß, den Sie bis zum Boden stecken: Kommt er feucht heraus, warten Sie.

Lieber oft wenig oder selten viel gießen?
Die meisten Zimmerpflanzen mögen es, selten, aber durchdringend gegossen zu werden. Gießen Sie langsam über die ganze Oberfläche, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft. So wird der gesamte Wurzelballen feucht, nicht nur die oberste Schicht.
Jeden zweiten Tag ein paar Schlucke schadet eher: Oben bleibt die Erde ständig nass, die unteren Wurzeln bleiben trocken. Der Topf braucht ein Abzugsloch. Steht die Pflanze in einem Übertopf ohne Loch, lassen Sie sie im Kunststofftopf aus der Gärtnerei und nehmen Sie sie zum Gießen heraus.
Wann sollte man den Untersetzer leeren?
Nach 15 bis 20 Minuten gießen Sie das restliche Wasser aus Untersetzer oder Übertopf ab. Wurzeln, die dauerhaft im Wasser stehen, bekommen keine Luft und faulen. Das ist ein häufiger Grund, warum eine Monstera oder ein Gummibaum plötzlich Blätter abwirft.

Was bringt das Gießen von unten?
Beim Gießen von unten stellen Sie die Töpfe in eine Schüssel oder ins Spülbecken mit 2 bis 3 Zentimetern Wasser. Die Erde saugt es durch die Abzugslöcher auf. Nach 20 bis 30 Minuten, wenn die Oberfläche feucht ist, nehmen Sie die Töpfe heraus und lassen sie abtropfen.
Das eignet sich für Usambaraveilchen, die kein Wasser auf den Blättern mögen, für völlig ausgetrocknete Erde, an der das Wasser von oben am Topfrand vorbeiläuft, und für dicht belaubte Pflanzen. Einmal im Monat sollten Sie trotzdem von oben gießen, damit Düngersalze aus der oberen Schicht ausgespült werden.

Welches Wasser ist das richtige für Zimmerpflanzen?
Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben, etwa 18 bis 22 °C. Kaltes Leitungswasser, im Winter oft nur 8 bis 10 °C, setzt tropischen Pflanzen zu und kann helle Flecken auf den Blättern hinterlassen. Füllen Sie die Gießkanne abends und lassen Sie sie über Nacht stehen.
In vielen Regionen, etwa in Bayern oder im Rhein-Main-Gebiet, ist das Leitungswasser hart. Für die meisten Zimmerpflanzen ist das unproblematisch, der weiße Kalkrand auf Erde und Topf ist nur ein Schönheitsfehler. Orchideen, Azaleen und Kamelien mögen weicheres Wasser, etwa Regenwasser aus der Tonne oder gefiltertes Wasser.
Wie gießt man Zimmerpflanzen im Winter?
Im Winter sind die Tage kurz, das Wachstum verlangsamt sich, die Pflanze verbraucht weniger. Von November bis Februar brauchen die meisten Grünpflanzen etwa halb so viel Wasser wie im Sommer. Die Fingerprobe ist jetzt noch wichtiger, weil die Heizungsluft die Oberfläche austrocknet, während die Erde weiter unten noch nass sein kann.
Ausnahmen sind Pflanzen, die im Winter blühen, etwa der Weihnachtskaktus und der Weihnachtsstern. Beide wollen gleichmäßig feuchte Erde, aber nie stehendes Wasser.
Woran erkennt man zu viel oder zu wenig Wasser?
Die Anzeichen ähneln sich, denn in beiden Fällen welkt die Pflanze. Den Unterschied zeigt die Erde.
| Anzeichen | Zu viel Wasser | Zu wenig Wasser |
|---|---|---|
| Blätter | gelb, weich, auch junge fallen ab | trocken, knusprig, braune Ränder |
| Welken | Pflanze welkt trotz nasser Erde | Pflanze welkt, Erde trocken und leicht |
| Erde | ständig nass, riecht modrig | löst sich vom Topfrand |
| Wurzeln | braun, matschig, riechen faulig | trocken, aber fest |
| Sonstiges | Trauermücken, Schimmel auf der Erde | erholt sich schnell nach dem Gießen |
Eine durstige Pflanze gießen Sie durchdringend oder stellen sie eine halbe Stunde ins Wasser. Bei zu viel Wasser lassen Sie die Erde abtrocknen. Sind die Wurzeln braun und weich, nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf, schneiden die faulen Wurzeln ab und topfen sie in frische Erde um.
Sind Töpfe mit Wasserspeicher sinnvoll?
Töpfe mit Wasserspeicher haben im unteren Teil ein Reservoir, aus dem die Erde über einen Docht oder eine Kapillarschicht nach Bedarf Wasser zieht. Die Pflanze bekommt so gleichmäßigere Feuchtigkeit.
Sie passen zu Pflanzen, die dauerhaft feuchte Erde mögen: Einblatt, Farne, Korbmaranten und Kräuter wie Basilikum und Petersilie. Für Kakteen und Sukkulenten sind sie ungeeignet. Ist der Speicher leer, füllen Sie ihn erst nach ein bis zwei Tagen wieder auf, damit die Wurzeln Luft bekommen.

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Wie versorgt man Zimmerpflanzen im Urlaub?
- Bis zu einer Woche: am Tag vor der Abreise durchdringend gießen und die Pflanzen einen halben bis einen Meter vom Fenster abrücken. Kühler und schattiger verbrauchen sie weniger Wasser.
- Bis zu zwei Wochen: ein nasses Handtuch in die Badewanne legen und die Töpfe mit Abzugsloch daraufstellen. Oder aus einem Eimer Wasser je eine Baumwollschnur in jeden Topf führen.
- Kleine Pflanzen: mit einer durchsichtigen Plastiktüte abdecken, die die Blätter nicht berührt. Die Feuchtigkeit bleibt darin.
- Länger als zwei Wochen: Nachbarn fragen und an jeden Topf einen Zettel kleben, wie viel Wasser er braucht.
Frequently asked questions
Wie oft sollte man Zimmerpflanzen gießen?+
Zimmerpflanzen gießt man, wenn die oberen 2 bis 3 Zentimeter Erde trocken sind. Im Sommer ist das bei den meisten Grünpflanzen alle 5 bis 7 Tage, im Winter etwa halb so oft.
Zimmerpflanzen von oben oder von unten gießen: Was ist besser?+
Beide Methoden funktionieren, wenn der ganze Wurzelballen feucht wird. Gießen von unten eignet sich für Usambaraveilchen und ausgetrocknete Erde, einmal im Monat sollte man aber von oben gießen, um Salze auszuspülen.
Wie lange darf Wasser im Untersetzer stehen?+
Wasser sollte nicht länger als 15 bis 20 Minuten im Untersetzer unter einer Zimmerpflanze stehen. Danach abgießen, sonst bekommen die Wurzeln keine Luft und faulen.
Welches Wasser eignet sich zum Gießen von Zimmerpflanzen?+
Am besten ist zimmerwarmes Wasser, das über Nacht gestanden hat. Orchideen und Azaleen bevorzugen weiches Wasser, zum Beispiel Regenwasser.
Wie gießt man Zimmerpflanzen im Urlaub?+
Für eine Woche reicht es, Zimmerpflanzen durchdringend zu gießen und vom Fenster abzurücken. Für zwei Wochen helfen ein nasses Handtuch in der Wanne oder Baumwollschnüre aus einem Eimer, bei längerer Abwesenheit die Nachbarn.

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