Von November bis Februar haben Zimmerpflanzen drei Probleme zugleich: kurze, graue Tage, trockene Heizungsluft und kaltes Glas wenige Zentimeter neben den Blättern. An Kälte gehen die wenigsten ein. Weit mehr scheitern an zu viel Wasser und zu wenig Licht.
Der kürzeste Tag des Jahres dauert in Hamburg nur gut sieben Stunden, in München etwas über acht. An bedeckten Tagen ist selbst ein Südzimmer düster. Die meisten Grünpflanzen stellen das Wachstum dann fast ein. Das ist normal und verändert, was sie von Ihnen brauchen.
Stellen Sie Zimmerpflanzen im Winter näher an das hellste Fenster, wischen Sie Staub von den Blättern und erwägen Sie eine Pflanzenlampe für 10 bis 12 Stunden täglich. Gießen Sie etwa halb so oft, erst wenn die oberen 2 bis 3 cm Erde trocken sind. Halten Sie Pflanzen von heißen Heizkörpern und kaltem Glas fern, düngen Sie bis März nicht und prüfen Sie die Blattunterseiten auf Spinnmilben.
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ToggleWas ändert sich für Zimmerpflanzen im Winter?
Der begrenzende Faktor ist das Licht. Mit weniger Licht bilden Pflanzen weniger Energie, wachsen langsam und verbrauchen deutlich weniger Wasser. Nasse Erde bleibt länger nass, deshalb ist zu viel Gießen der häufigste Winterfehler.
Gleichzeitig trocknet die Heizung die Luft aus. Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sinkt oft auf 30 bis 40 Prozent, während sich viele tropische Grünpflanzen bei 50 bis 60 Prozent am wohlsten fühlen.
| Problem | Typisches Zeichen | Was hilft |
|---|---|---|
| Zu wenig Licht | lange, blasse Triebe, kleine neue Blätter, Pflanze neigt sich zum Fenster | näher ans Glas, Blätter reinigen, Pflanzenlampe |
| Zu viel Wasser | gelbe, weiche Blätter, Erde ständig nass, Trauermücken | erst gießen, wenn die oberen 2 bis 3 cm trocken sind |
| Trockene Luft | braune, trockene Blattspitzen und -ränder | Pflanzen gruppieren, Kiesschale, Luftbefeuchter |
| Kaltes Glas, Zugluft | schlaffe oder dunkle, glasige Stellen nach einer kalten Nacht | Topf isolieren, Blätter weg vom Glas |
| Spinnmilben | feine helle Sprenkel, Gespinste unter den Blättern | abbrausen, isolieren, 2 bis 3 Wochen wiederholen |
| Standortwechsel | Blattfall in den ersten 2 bis 4 Wochen | Pflanze an einem Platz lassen, sparsam gießen |
Wie bekommen Zimmerpflanzen im Winter mehr Licht?
Am einfachsten rücken Sie die Pflanzen näher ans Fenster. Licht nimmt mit dem Abstand rasch ab: Einen Meter hinter der Scheibe erhält eine Pflanze deutlich weniger Licht als auf der Fensterbank selbst, oft weniger als die Hälfte. Ein Platz, der im Juni passte, kann im Dezember zu dunkel sein.
Ein Süd- oder Westfenster verbrennt Grünpflanzen im Winter kaum, daher dürfen Pflanzen, die den Sommer im Raum verbracht haben, jetzt direkt ans Glas. Liegt das Zimmer nach Norden, finden Sie in unserem Beitrag über Zimmerpflanzen für wenig Licht die Arten, die damit zurechtkommen.
Warum sollte man die Blätter abwischen?
Eine Staubschicht auf großen Blättern schluckt einen Teil des ohnehin knappen Lichts. Wischen Sie große, glatte Blätter, etwa von Gummibaum oder Monstera, mit einem weichen, feuchten Tuch ab und stützen Sie das Blatt dabei von unten.
Verzichten Sie auf Blattglanzspray, Milch oder Öl. Sie hinterlassen einen Film, auf dem sich Staub noch schneller sammelt. Pflanzen mit behaarten Blättern wie Usambaraveilchen reinigen Sie besser mit einem trockenen, weichen Pinsel.
Lohnt sich eine Pflanzenlampe?
Für Kräuter, Sämlinge und Pflanzen in dunklen Räumen ja. Eine weiße Vollspektrum-LED wirkt im Wohnzimmer natürlich und braucht wenig Strom. Kleine Klemmleuchten gibt es im Baumarkt oder Gartencenter ab etwa 20 Euro.
Hängen Sie die Lampe im vom Hersteller empfohlenen Abstand auf, meist 20 bis 40 cm über den Blättern, und lassen Sie sie per Zeitschaltuhr 10 bis 12 Stunden am Tag leuchten. Pflanzen brauchen nachts auch Dunkelheit, Dauerlicht hilft also nicht.
Wie oft sollte man Zimmerpflanzen im Winter gießen?
Die meisten Grünpflanzen brauchen etwa halb so viel Wasser wie im Sommer. Gießen Sie nicht nach Kalender. Stecken Sie einen Finger in die Erde und gießen Sie erst, wenn die oberen 2 bis 3 cm trocken sind. Nehmen Sie zimmerwarmes Wasser.
Kakteen und viele Sukkulenten in einem kühlen Raum brauchen sehr wenig, oft wochenlang gar kein Wasser. Kakteen blühen zuverlässiger nach einem kühlen, trockenen Winter bei etwa 5 bis 12 °C. Winterblüher wie der Weihnachtskaktus mögen gleichmäßig feuchte Erde. Mehr dazu im Ratgeber Zimmerpflanzen gießen.
Was hilft gegen trockene Heizungsluft?
Die Fensterbank direkt über dem Heizkörper ist im Winter der schwierigste Platz der Wohnung. Warme, trockene Luft steigt an den Blättern vorbei, die Erde trocknet von unten aus. Braune, trockene Blattspitzen sind die übliche Folge.
Stellen Sie empfindliche Pflanzen nach Möglichkeit auf eine Fensterbank ohne Heizkörper darunter, oder legen Sie ein breites Brett auf, das die warme Luft von den Töpfen ablenkt. Kakteen, Sukkulenten und Bogenhanf vertragen diesen Platz weit besser als Korbmaranten oder Farne.
- Pflanzen gruppieren. Blätter geben Feuchtigkeit ab, um eine Pflanzengruppe herum ist die Luft daher etwas feuchter.
- Kiesschale verwenden. Den Topf auf Kies in einer Schale mit Wasser stellen, der Topfboden bleibt über dem Wasserspiegel, damit die Wurzeln nicht nass stehen.
- Luftbefeuchter einschalten. Nur er erhöht die Luftfeuchtigkeit im ganzen Raum spürbar. Ziel sind 40 bis 60 Prozent.
- Hygrometer kaufen. Ein günstiges digitales Gerät zeigt, ob die Luft wirklich trocken ist.
Pflanzen am hellen Fenster zu gruppieren, ist leichter, wenn es in die Höhe geht. Ein vertikaler Garten ohne Bohren wird mit einer Teleskopstange zwischen Boden und Decke geklemmt, bis 285 cm, und trägt neun Pflanzen auf weniger als 1 m² Fläche, jeder Topf mit 300 ml Wasserreservoir. Der Urban Planty Vertikaler Garten kostet 149 € bei kostenlosem Versand.
Bringt Besprühen etwas?
Weniger als oft angenommen. Der Sprühnebel erhöht die Feuchtigkeit an den Blättern nur für wenige Minuten, danach ist die Luft so trocken wie vorher. Auf behaarten Blättern können Tropfen Flecken hinterlassen.
Sind kalte Fensterbänke und Zugluft ein Problem?
In einer Frostnacht kann die Luft direkt am Glas, ebenso eine Fensterbank aus Stein oder Marmor, einige Grad kälter sein als der Raum. Die meisten tropischen Zimmerpflanzen mögen keine Wurzeln unter etwa 15 °C. Eine Korkplatte, ein Holzbrett oder eine Styroporplatte unter dem Topf hilft.
Achten Sie darauf, dass Blätter das Glas nicht berühren, und ziehen Sie nachts keine Vorhänge zwischen Pflanzen und Raum zu, sonst stehen sie in der kalten Zone. Lüften Sie stoßweise fünf bis zehn Minuten statt stundenlang mit gekipptem Fenster, und stellen Sie empfindliche Pflanzen aus dem Luftzug.
Sollte man Zimmerpflanzen im Winter düngen?
Die meisten brauchen von November bis Februar keinen Dünger. Eine ruhende Pflanze nimmt wenig auf, ungenutzte Salze reichern sich in der Erde an und können die Wurzeln schädigen. Fangen Sie im März wieder an, sobald neue Blätter erscheinen.
Ausnahmen sind Pflanzen, die sichtbar wachsen, etwa unter einer Pflanzenlampe, oder Kräuter auf einer hellen Fensterbank. Sie bekommen alle vier bis sechs Wochen die halbe Dosis.
Welche Schädlinge vermehren sich im Winter an Zimmerpflanzen?
Spinnmilben lieben warme, trockene Luft, beheizte Räume sind für sie ideal. Mit bloßem Auge sind sie kaum zu sehen. Achten Sie auf feine helle Sprenkel auf den Blättern, ein mattes, gräuliches Aussehen und später feine Gespinste zwischen Blättern und Stielen.
- Befallene Pflanze von den anderen trennen.
- Blätter, vor allem die Unterseiten, lauwarm abbrausen.
- Alle paar Tage zwei bis drei Wochen lang wiederholen, weil aus Eiern neue Milben schlüpfen.
- Bei starkem Befall ein Mittel auf Basis von Kaliseife oder Pflanzenöl verwenden oder Raubmilben im Gartencenter oder online bestellen.
Warum wirft eine Zimmerpflanze nach dem Umstellen Blätter ab?
Pflanzen passen ihre Blätter an das Licht an ihrem Standort an. Nach einem Umzug, besonders an einen dunkleren Platz oder aus dem warmen, hellen Gewächshaus in die Wohnung, lohnen sich manche Blätter nicht mehr und werden abgeworfen. Berühmt dafür ist die Birkenfeige (Ficus benjamina).
Etwas Blattfall in den ersten zwei bis vier Wochen ist normal. Wählen Sie den Platz, lassen Sie die Pflanze dort und widerstehen Sie dem Impuls, sie erneut umzustellen, zu düngen oder mehr zu gießen. Bei Frost Pflanzen für den Heimweg in Papier einschlagen und nicht im kalten Auto lassen.
Checkliste für Zimmerpflanzen im Winter
- Pflanzen weniger als einen Meter vom hellsten Fenster aufstellen.
- Einmal im Monat Staub von großen Blättern wischen.
- Erst gießen, wenn die oberen 2 bis 3 cm Erde trocken sind, mit zimmerwarmem Wasser.
- Wasser im Untersetzer nach 15 bis 20 Minuten weggießen.
- Empfindliche Pflanzen weg von Heizkörpern und kaltem Glas.
- Kork oder Holz unter Töpfe auf Steinfensterbänken legen.
- Bis März nicht düngen.
- Alle ein bis zwei Wochen die Blattunterseiten kontrollieren.
- Erst im Frühjahr umtopfen, außer die Wurzeln faulen.
Frequently asked questions
Wie oft gießt man Zimmerpflanzen im Winter?+
Die meisten Zimmerpflanzen brauchen im Winter etwa halb so viel Wasser wie im Sommer. Gießen Sie erst, wenn die oberen 2 bis 3 cm Erde trocken sind, und halten Sie kühl stehende Kakteen fast trocken.
Sollte man Zimmerpflanzen im Winter besprühen?+
Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit an Zimmerpflanzen nur für wenige Minuten und hilft kaum gegen trockene Heizungsluft. Pflanzengruppen, eine Kiesschale oder ein Luftbefeuchter wirken besser.
Brauchen Zimmerpflanzen im Winter Dünger?+
Die meisten Zimmerpflanzen ruhen von November bis Februar und brauchen keinen Dünger. Pflanzen, die unter einer Pflanzenlampe wachsen, bekommen alle vier bis sechs Wochen die halbe Dosis.
Warum bekommen Zimmerpflanzen im Winter braune Blattspitzen?+
Braune, trockene Blattspitzen bei Zimmerpflanzen im Winter deuten meist auf trockene Heizungsluft hin. Stellen Sie die Pflanze weg vom Heizkörper und erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit mit Pflanzengruppen oder einem Luftbefeuchter.
Woran erkennt man Spinnmilben an Zimmerpflanzen?+
Spinnmilben hinterlassen feine helle Sprenkel auf den Blättern von Zimmerpflanzen und später Gespinste an den Unterseiten. Brausen Sie die Pflanze ab und wiederholen Sie das zwei bis drei Wochen lang alle paar Tage.

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